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Elezioni primarie all'americana?!

 
di Claudio Paroli
Deutsch von Gabriele Pommerenke
Novità politiche in Italia. Con “l’Unione” la coalizione di centrosinistra sembra aver trovato una denominazione che perlomeno “suoni” un po’ meglio del singhiozzo “Gad” (Grande alleanza democratica) e, cosa ben più seria, si lambicca da tempo il cervello per evitare di perdere anche le politiche del 2006. Un’ipotesi tutt’altro che improbabile, Bush insegni! Dal cappello del prestigiatore, dunque, l’ultima trovata del panorama politico italiano: elezioni primarie, all’americana. Il normale cittadino si reca nelle sedi di partito e vota preventivamente il proprio candidato preferito, vale a dire non quello finora imposto dalle stanze d’apparato. È successo per la prima volta in Puglia, in preparazione alle elezioni regionali di aprile. In 80mila hanno scelto il candidato di Rifondazione comunista che fronteggerà quello delle destre per la carica di “Governatore”: altra americanata – consentite la digressione –, la denominazione “Presidente della Regione” non era più al passo coi tempi!

Un modo di procedere molto democratico, viene spontaneo dire: finalmente la gente ha la possibilità di decidere in prima persona chi avere come rappresentante a cui affidare la cura dei propri interessi. Alcuni commentatori, però, sottolineano che il candidato sarebbe stato scelto solo da una minoranza di elettori particolarmente “militanti”, nel senso che si sono presi la briga di andare nelle sezioni di partito per candidarlo, e non sarebbe pertanto rappresentativo del centrosinistra nel suo insieme. Se dovesse succedere che chi non l’ha scelto si astiene poi dal votare il candidato “sgradito”, nella fattispecie perché troppo a sinistra, le primarie potrebbero rivelarsi un gran favore fatto alle destre che vedrebbero vincere più comodamente il proprio.

Viene infine da chiedersi se le primarie possano essere un metodo applicabile anche alle politiche e in che modo. Al di là dei sogni e delle speranze, infatti, è solo la nuda e cruda Realpolitik ciò che conta: per battere Berlusconi e far ritornare l’Italia un paese “normale” occorre un candidato premier di sicuro prestigio e affidabilità, in grado di tenere sulla stessa barca sia ex democristiani sia rifondatori comunisti. Pur apprezzando ogni strumento di vera democrazia, certamente applicabile in ambiti meno decisivi per le sorti del paese, avrebbe dunque senso mettere anche solo in discussione la candidatura di Romano Prodi?

Politische Neuigkeiten aus Italien. Mit „l’Unione“ scheint die Mitte-Links-Koalition einen Namen gefunden zu haben, der sich wenigstens ein bisschen besser anhört als die Bezeichnung „Gad“ (Große demokratische Allianz), die immer eher an ein Schluchzen erinnerte. Viel wichtiger ist aber, dass sie sich schon seit geraumer Zeit ernsthaft den Kopf darüber zerbricht, wie eine erneute Niederlage bei den Parlamentswahlen im Jahre 2006 zu vermeiden sei. Wie uns das Beispiel der USA lehrt, handelt es sich hierbei um eine keineswegs unwahrscheinliche Hypothese. Hierzu musste eine Neuerung aus dem Hut gezaubert werden: Seit kurzem zieren Vorwahlen nach amerikanischem Vorbild die politische Landschaft Italiens. Der einfache Staatsbürger begibt sich dazu in die Geschäftstelle der Partei und wählt vorab den von ihm bevorzugten Kandidaten, der nicht unbedingt mit der bislang vom Parteiapparat aufgestellten Person identisch ist. Im Vorfeld der Regionalwahlen in Apulien im April dieses Jahres fand dieser Vorgang erstmals statt. Hier erhielt der Kandidat der Rifondazione comunista 80.000 Stimmen und wird nun im Wahlkampf um das Amt des „Gouverneurs“ – wieder einmal ein wunderbarer Amerikanismus, die Bezeichnung „Präsident der Region“ war wohl nicht mehr zeitgemäß – gegen den Kandidaten der Rechten antreten.

Auf den ersten Blick scheint es sich um eine sehr demokratische Vorgehensweise zu handeln: Endlich erhält die Bevölkerung die Möglichkeit, selbst über die Kandidaten für die Repräsentanten, die ihre ureigensten Interessen vertreten sollen, zu entscheiden. Einige Kommentatoren geben jedoch zu bedenken, dass sicherlich nur eine Minderheit von besonders aktiven Bürgern die Mühe auf sich nähme, sich an diesen Vorwahlen zu beteiligen und das Ergebnis deshalb nicht unbedingt für die Mitte-Links-Allianz in ihrer Gesamtheit repräsentativ sein müsse. Sollte nun der Fall eintreten, dass diejenigen, die den Vorwahlen fern geblieben sind, die eigentlichen Wahlen boykottieren, weil sie dort nur einen von ihnen nicht geschätzten – im angeführten Beispiel möglicherweise zu linken – Kandidaten wählen könnten, hätte man mit der Einführung der Vorwahlen nur der Rechten einen enormen Gefallen getan, deren Kandidat nun ein leichtes Spiel vorfände.

Deshalb empfiehlt es sich zu prüfen, ob und in welchem Maße die Vorwahlen auch für die Parlamentswahlen auf nationaler Ebene stattfinden sollten. Jenseits aller Hoffnungen und Träume zählt nämlich nur reine Realpolitik: Um Berlusconi zu schlagen und Italien wieder zu einem „normalen“ Land zu machen, ist ein Gegenkandidat vonnöten, dessen Ansehen und Vertrauenswürdigkeit unumstritten sind und der dazu in der Lage ist, ehemalige Christdemokraten sowie Anhänger der Rifondazione comunista in einem Boot zu halten. In Phasen, die für das Schicksal eines Landes weniger entscheidend sind, können alle zutiefst demokratischen Instrumente eingesetzt werden; angesichts der aktuellen Situation in Italien muss jedoch die Frage erlaubt sein, ob es sinnvoll erscheint, die Kandidatur von Romano Prodi auch nur zur Diskussion zu stellen.