Cinema! Italia! 2005 Nuovo cinema popolare italiano in Deutschland |
von Gabriele Pommerenke |
Italiano di Claudio Paroli |
| Alle
Jahre wieder reisen ausgewählte italienische Qualitätsfilme jenseits
des Mainstream durch deutsche Lande. Im nunmehr schon achten Jahr ihres Bestehens
macht die Festivaltournée Cinema! Italia!
traditionsgemäß auch in Hamburg Station. Vom 20. bis 30. Oktober
wird ein vento dItalia das Studio-Kino in der
Bernstorffstrasse in Hamburg-Altona erfüllen. Auf der Liste der im
diesjährigen Festivalprogramm vertretenen Regisseure steht keiner der
sprichwörtlichen Altmeister des italienischen Kinos. Filmemacher wie
Guido Chiesa, Alessandro DAlatri, Gabriele Muccino, Ferzan Ozpetek
und Paolo Virzì gehören aber zu den Vätern der Renaissance
des italienischen Films in den letzten 10-15 Jahren. Sie vertreten inzwischen
schon die mittlere Generation und gelten als anerkannte und verlässliche
Repräsentanten der Strömung des nuovo cinema popolare
italiano, die gelegentlich auch als neo-neorealismo bezeichnet
wird. Ein Kino, das die soziopolitischen Gegebenheiten in Italien auf
glaubwürdige Weise und mit großer Professionalität
nacherzählt.
Langjährige Festivalbesucher dürfen sich auf eine Wiederbegegnung mit dem italo-türkischen Regisseur Ferzan Ozpetek freuen, der bisher regelmäßig auf dem hiesigen Programm stand. Während der Festivaltournée 2004 wurde seine Arbeit La finestra di fronte zum Lieblingsfilm des Publikums gewählt. In seinem neuesten Werk Cuore sacro (2004, Das Zimmer) überrascht der Regisseur auf den ersten Blick mit einer Abkehr von den Themen, die seine bisherigen Filme leitmotivisch durchzogen. Bei genauerer Betrachtung sind allerdings Ozpeteks Stil und subtile Übereinstimmungen mit seinen anderen Arbeiten nicht zu verkennen. Cuore sacro illustriert in provokativer Weise das Phänomen der neuen Armut: Die Spaltung der modernen Industriegesellschaft (Italiens) durch die zunehmende Verarmung der Mittelschicht und den immer schneller wachsenden Reichtum einer kleinen Oberschicht. Nach ihrer Titelrolle in Paolo Franchis La spettatrice sehen wir die in Italien zur Zeit sehr erfolgreiche Slowakin Barbora Bobulova in Ozpeteks neuestem Film als Irene Ravelli, eine für die herausragenden wirtschaftlichen Erfolge ihres Immobilienkonzerns ausgezeichnete Unternehmerin. Irenes unvorhergesehene Begegnung mit dem ungewöhnlichen Teenager Benny, kleine Diebin und Wohltäterin für verarmte Nachbarn in einer Person, steht am Anfang einer intensiven Selbstreflexion der Karrierefrau und Managerin des Familienunternehmens. Sie beginnt ihr bisheriges Leben in Frage zu stellen und durchlebt auch unter dem Einfluss weiterer Faktoren schließlich eine radikale, den Wahnsinn streifende Konversion hin zu mehr Menschlichkeit, Solidarität und Altruismus. Vor dem geschilderten sozialen Hintergrund spielen spannende Szenen zwischen Traum und Alptraum dieses mutigen, auch formal sehr gelungenen Filmdramas. Auch Paolo Virzìs tempo- und anspielungsreicher Film Caterina va in città (2003, Caterina zieht in die Stadt) beleuchtet allerdings in komödiantischer Überspitzung verschiedene soziale Hintergründe und soziale Gegensätze. Diese Arbeit prägt eine für Virzì typische beißende Ironie, die Ozpetek fremd ist. Caterina, eine dreizehnjährige Schülerin, die mit ihren Eltern soeben aus der Provinz nach Rom umgezogen ist, wird in einem Elitegymnasium im centro storico der italienischen Hauptstadt angemeldet. In ihrer neuen Klasse umwerben Caterina alsbald die Anführerinnen von zwei gegensätzlichen Cliquen, der eher links-alternativen und intellektuellen zecche und der oberflächlich-eitlen neureichen pariole. Im Rahmen ihrer Anwerbungsbemühungen führen Margherita und Daniela Caterina abwechselnd in gegensätzliche Milieus der italienischen Hauptstadt bzw. Gesellschaft ein, die überquellen von bizarren, grotesken, exaltierten und extravaganten Persönlichkeiten, deren charakterliche Deformationen im Kontrast zu Caterinas jugendlich-provinzieller Unschuld und Naivität besonders stark hervortreten. Zum Übel all dieser Absurditäten gesellt sich aus der Perspektive der Heranwachsenden noch ihr eigener Vater (Sergio Castellitto), ein Möchtegernschriftsteller, der seine einfältige Ehefrau (Margherita Buy) ebenso wie seine Tochter aus enttäuschtem Ehrgeiz unterdrückt. Alessandro DAlatri und Fabio Volo heißen der Regisseur und der Hauptdarsteller sowohl von Casomai Publikumsliebling von Cinema!Italia! 2003 als auch von La febbre (2005, Fieber). Hier bietet sich also Gelegenheit zu einer weiteren, sogar doppelten Wiederbegegnung. Ganz im Sinne der ungeschriebenen Gesetze des nuovo cinema popolare italiano spielt La febbre in der italienischen Provinz, genauer in Cremona. Mario Bettini, ein etwa dreißigjähriger Architekt, der noch bei seiner verwitweten gluckenhaften Mutter wohnt, träumt davon, zusammen mit Freunden eine Diskothek in einer ehemaligen Fabrikhalle zu eröffnen. Als ihm überraschend eine krisensichere Stelle bei der Stadtverwaltung angeboten wird, nimmt er diese an, nicht zuletzt um seinen Traum auch finanzieren zu können. Hier sind jedoch Ideale, Begeisterung, Talent und Unternehmergeist nicht gefragt. Mario muss sich im Büro ebenso wie bei der Beantragung einer Konzession für die geplante Diskothek vielmehr mit der Bürokratie, mit Korruption und Mobbing auseinandersetzen. Die Abbildung des eintönigen, düsteren, in jeder Beziehung engen Alltags in den Mietwohnungen und an den Arbeitsplätzen gelingt DAlatri in überzeugender Weise. Zur Verdeutlichung der Trostlosigkeit tragen aufgrund des Kontrasteffektes einige originelle Traumsequenzen bei, denen man DAlatris Herkunft von der Werbung durchaus anmerkt. Als Film »weniger über die Arbeitswelt als vielmehr über Italien« charakterisiert der Regisseur selbst sein neuestes Werk, das in diversen Szenen Italiens spezifische Schönheit hervorhebt und ihm einige indirekte Liebeserklärungen macht (»Quantè bella lItalia«, seufzt denn auch beim Blick aus dem Flugzeug der Präsident der Republik dargestellt von dem großartigen Arnoldo Foà). Aber auch diese Komödie, die im Gegensatz zu ihrer tendenziell aggressiven Ausprägung bei Virzi eher gefällig erscheint, transportiert eine politische Botschaft und vehemente Gesellschaftskritik: DAlatri entlarvt dieses Gemeinwesen, das Enthusiasmus schon im Keim erstickt, alle Bereiche des Lebens bürokratisiert und somit zu Kompromissen und einem desillusionierten Rückzug ins Private zu zwingen scheint. In der Kinobranche stehen die Zeichen auf Sturm; die Lichtspielhäuser erleben eine der schwersten Krisen ihrer mehr als 100jährigen Geschichte. Die Durchführung der diesjährigen italienischen Filmtournée trotz widrigster Umstände ist Verdienst des außerordentlichen Engagements der Verantwortlichen. In Zukunft wird es vermutlich noch schwieriger werden, kostbaren Nischen wie dem Festival Cinema! Italia! ihre Existenz zu sichern. Mögen erzählerische und stilistische Unterschiede die angesprochenen Filme trennen, so widmen sie sich doch alle gleichermaßen dem vermeintlich Unscheinbaren sowie dem Alltäglichen, und streben, ohne einen didaktischen Zeigefinger zu heben, ein besseres Verständnis der Gegenwart an. Damit leisten sie auf ihre Weise einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum interkulturellen Verständnis im Vereinten Europa.
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Ogni
anno una scelta di film italiani dautore fuori dal mainstream
approda in terra tedesca. Come da tradizione anche lottava edizione
della tournée Cinema! Italia! farà tappa ad Amburgo:
dal 20 al 30 ottobre un vento dItalia soffierà nelle sale del
cinema Studio della Bernstorffstrasse di Altona. Fra i tanti registi in programma
questanno non si annovera nessuno dei cosiddetti "vecchi maestri" della
cinematografia italiana, ma registi come Guido Chiesa, Alessandro DAlatri,
Gabriele Muccino, Ferzan Ozpetek e Paolo Virzì sono i protagonisti
della rinascita del cinema italiano a cui abbiamo assistito negli ultimi
10-15 anni. Fanno parte della generazione di mezzo e rappresentano la corrente
del nuovo cinema popolare italiano, anche denominata neo-neorealismo.
Un cinema che racconta le vicende sociopolitiche italiane in modo veritiero
e con grande professionalità.
I frequentatori delle precedenti edizioni del festival saranno lieti di rivedere il regista italoturco Ferzan Ozpetek, ormai una presenza abituale nel programma della rassegna. Nella tournée 2004 il suo La finestra di fronte è stato votato dal pubblico quale film preferito. Nella sua ultima pellicola Cuore sacro (2004), a prima vista, il regista sembra sorprendere staccandosi dai temi conduttori dei film precedenti. Vedendo il film con maggiore attenzione, peraltro, è impossibile non riconoscere lo stile di Ozpetek e la sottile sintonia con le sue pellicole precedenti. Cuore sacro illustra in modo provocatorio il fenomeno della nuova povertà: la frattura della società (italiana) industriale moderna dovuta al crescente impoverimento degli strati medi e allarricchimento sempre più marcato di una piccola élite. A seguito della sua parte di protagonista in La spettatrice di Paolo Franchi, lattrice slovacca Barbora Bobulova sta riscuotendo al momento molto successo in Italia. Nellultimo film di Ozpetek la ritroviamo nel ruolo di Irene Ravelli, unimprenditrice fautrice delle fortune economiche di un gruppo immobiliare. Lincontro fortuito con Benny, una giovane che è ladruncola ma allo stesso tempo benefattrice di gente povera, induce Irene, donna in carriera e manager dellazienda famigliare, a unintensa autoanalisi. La donna inizia a riconsiderare tutta la sua vita e, anche grazie allinflusso di altri fattori, vive una conversione radicale ai margini della follia verso una maggiore umanità, solidarietà e altruismo. Scene avvincenti fra il sogno e lincubo, immerse nel background sociale succitato, fanno di questo film un dramma coraggioso, molto riuscito anche nella forma. Anche Caterina va in città (2003) di Paolo Virzì, un film ricco di azione e di allusioni, illustra diversi background e contrasti sociali, seppure con le esasperazioni tipiche della commedia. La pellicola si caratterizza per la mordace ironia tipica di Virzì, assente in Ozpetek. Caterina, studentessa tredicenne della provincia laziale, si trasferisce a Roma con i genitori che la iscrivono a un liceo elitario del centro storico. Nella nuova classe Caterina diventa subito preda di contese fra le leader di due gruppi opposti: le intellettuali alternative di sinistra denominate "zecche" e le nuove ricche superficiali e ambiziose "pariole". Nellambito di questa contesa Margherita e Daniela portano Caterina alternativamente in ambienti contrapposti della capitale e della società italiana che traboccano di personaggi bizzarri, grotteschi, esaltati e stravaganti, le cui deformazioni caratteriali sono in contrasto particolarmente marcato con linnocenza e ingenuità giovanile della Caterina di provincia. A coronare tutte queste assurdità, si aggiunge alla prospettiva delladolescente anche il proprio padre (Sergio Castellitto), uno scrittore fallito che opprime la moglie sempliciotta (Margherita Buy), al pari della figlia, a causa delle sue ambizioni deluse. Alessandro DAlatri e Fabio Volo, invece, sono rispettivamente il regista e il protagonista di Casomai film preferito dal pubblico nella tournée 2003 e La febbre (2005). Unaltra occasione di rincontro, dunque, in questo caso persino doppio. Nel pieno rispetto dei canoni non scritti del "nuovo cinema popolare italiano", La febbre è stato girato in una città di provincia italiana, nella fattispecie Cremona. Mario Bettini, un architetto di circa trentanni, abita ancora presso lapprensiva mamma vedova e sogna di aprire insieme ad amici una discoteca nel capannone di una fabbrica abbandonata. Quando inaspettatamente gli viene offerto un posto fisso e "sicuro" nellamministrazione comunale, Mario lo accetta, non ultimo per poter finanziare il suo sogno. Ma questo impiego non richiede ideali, entusiasmo, talento e senso imprenditoriale e il protagonista deve confrontarsi in modo pesante con burocrazia, corruzione e mobbing sia in ufficio sia quando inoltra la domanda di concessione per la discoteca progettata. La rappresentazione di un quotidiano monotono e deprimente nelle abitazioni e sul posto di lavoro riesce a DAlatri in modo convincente. La sconsolatezza viene sottolineata da alcune scene di sogno molto originali per la loro efficacia contrastante, dalle quali si nota il passato in campo pubblicitario dellautore. Il regista definisce il suo ultimo film «molto più sullItalia che sul mondo del lavoro», in diverse scene, infatti, ne sottolinea la bellezza particolare facendole unindiretta dichiarazione damore («Quantè bella lItalia», sospira anche il presidente della Repubblica un grandioso Arnoldo Foà guardando dallaereo). Ma anche questa commedia, che appare piuttosto accomodante se paragonata allo stile tendenzialmente aggressivo di Virzì, lancia un messaggio politico e una critica veemente alla società: DAlatri entra nei gangli di questa collettività che soffoca lentusiasmo già sul nascere, burocratizza tutti gli aspetti della vita e sembra costringere al compromesso e a un rifugio disilluso nel privato. Il cinema sta passando una fase tempestosa, le sale cinematografiche vivono una delle crisi più gravi dei loro oltre cento anni di storia. La presentazione della rassegna di cinema italiano in Germania, nonostante le circostanze avverse di questanno, è merito dellimpegno straordinario degli organizzatori. In futuro risulterà probabilmente ancora più difficile garantire lesistenza di spazi preziosi come il festival Cinema! Italia!. I film presentati, pur con diversi stili narrativi e stilistici, si occupano tutti in egual misura del quotidiano e di ciò che sembra non venire alla luce, aspirando a far comprendere meglio il presente, ma senza pretese cattedratiche. E a loro modo, dunque, forniscono un contributo non indifferente alla comprensione interculturale dellEuropa unita. |