Quand'e si disce i' destino!


Florentinisch, das heißt: Das "simpathische" Italienisch, das in Florenz gesprochen wird

Fonetica                -                 Phonetik

Caratteristica del fiorentino e di tutte le varianti del toscano è la frequentissima “h” aspirata dopo la consonante, che i tedeschi non avranno difficoltà a riprodurre! La “c” dolce viene spesso pronunciata come se ci fosse una “s” (scittà) davanti, la “g” dolce, invece, in molti casi viene pronunciata come la “j” di abat-jour. Gli apostrofi che elidono le vocali sono altrettanto diffusissimi e rendono la parlata toscana velocissima.

 

Typisch für das Florentinische und alle toskanischen Dialekte ist das häufig zu hörende aspirierte „h“ nach Konsonanten, dessen Aussprache den Deutschen kaum schwer fallen dürfte! Das weiche „c“ klingt meist, als stünde ein „s“ davor (scittà), das weiche „g“ hingegen wird oft wie das „j“ in „abat-jour“ ausgesprochen. Apostrophe, die die Vokale verschlucken, finden sich ebenso häufig und sorgen für ein unglaublich hohes Redetempo im gesprochenen Toskanisch.

 
di Sandra Cartacci
Übersetzung von Christine Gräbe
Me l’han sempre detto, che dovevo sentirmi orgogliosa d’esser natha a Firenze, finché son rimasta lì. Fin da piccina saphevo che questa l’era una scittà diversa da quell’altre, una scittà piena di chapolavori: uno viene a Firenze e gli sembra di stare in un museo a ciel’aperto. Un paga i’ biglietto e un trova ma’ chiuso, comunque la choda agl’Uffizi un gliela toglie nessuno.

Poi però son andata a stare a Bologna e un mi dicevan più le stesse chose, riguard’ a Firenze. All’inizio ero un po’ chontrariata di sentir dire ch’ e thoscani son tutti chommercianti: io vengo da una famiglia d’impiegathi, o i’ che dican questi? Forse son solo un po’ invidiosi perché noi ci s’ha i’ David e loro un’altra thorre storta che un gliela guarda neanche nessuno. Ma un mi son preoccupatha thanto perché quelli parlavan de’ thoscani. Thoscana, la po’ esser tanta gjente. Io son fiorentina, micha thoscana e basta.

Dopho Bologna, son andatha a star a Genova, bella scittà, con le cholline un po’ troppo vicine a i’ centro e parecchio phorto da quell’altra pharte, ma sennò... Mi sci son trovatha bene, come a Bologna di’ resto. Io mi throvo bene dappertutto perché a Firenze ho visto sempre thanti stranieri e c’ho fatt’ i’ callo. Negli ultimi thempi veramente la s’è riempitha d’estracomunithari che un trovan casa neanch’ a cercarla co’ i’ lanternino, ma questo l’è un problema che ci s’ha sempre avutho: un si po’ costruir niente di novo. A Firenze ci s’ha un piano regolathore thale, che uno si peritha anche a costruir la chuccia d’ i’ cane: fra un po’, anche quella la dovrebb’ essere a norma!

Certo, si sa tutti ch’ e tempi chambiano, ma a Firenze chambia pocho. Forse per questo me ne son andatha: la mi stava stretta. Quando mi chiedano "O perché tu se’ andatha via?" o quando mi rinfacciano che Dante e Leonardo son andathi a lavorar da un’altra pharte, lo so io perchè: e un c’era posto!

Anch’ e trasporti... e un saranno nemmeno com’erano una volta, ma la methropolithana la un si po’ costruire – e menomale! –, di busse ce n’è pochi e passano quando gli phare... Per fortuna e turisti vann’ a piedi... Ora ’n Germania, mi sembra d’aver fatt’ a cambio: tutti que turisti sott’a casa mia e io ho trovatho chasa qui!

Un vorrei però dar l’impressione di chriticarla throppo, questa scittà. Sc’è thanta bella gjente che un si pherde ma’ d’animo e sc’è una chosa posithiva che Firenze m’ha datho di sichuro e – foss’anche solo per questo! – mi sent’ orgogliosa d’esser natha in qui’ capolavoro di scittà... e l’è l’italiano, quello phuro, quello che si sa parlare solo noi e che c’invidian tutti perché quegl’altri parlan i’ dialetto.

Solange ich in Florenz lebte, wurde mir gesagt, dass ich stolz sein müsse, dort geboren zu sein. Von klein auf wusste ich, diese Stadt ist anders als die anderen, eine Stadt voller Meisterwerke: Nach Florenz zu kommen, ist, als würde man ein Freiluftmuseum besuchen. Man braucht keine Eintrittskarte, und es hat nie geschlossen, nur mit der Schlange vor den Uffizien muss man immer rechnen.

Als ich aber nach Bologna ging, hörte ich all diese Dinge über Florenz nicht mehr. Anfangs ärgerte es mich, dass die Leute sagten, die Toskaner seien alle halsabschneiderische Geschäftsleute. Ich selbst komme aus einer Angestelltenfamilie, wie also kamen sie dazu, das zu behaupten? Vielleicht sind sie ja auch nur ein klein wenig neidisch, weil wir den David haben und sie bloß irgend so einen schiefen Turm, den sich kein Mensch anguckt. Wirklich getroffen hat mich das aber nicht, sie sprachen ja von den Toskanern. Und Toskanisch sind ja schließlich viele. Ich aber bin Florentinerin, nicht „nur“ Toskanerin.

Nach meiner Station in Bologna ging ich nach Genua, eine schöne Stadt, bis auf die Berge, die ein wenig zu nah am Zentrum sind, und verdammt viel Hafen gibt es auf der anderen Seite, aber ansonsten ... Ich habe mich da sehr wohl gefühlt, wie in Bologna übrigens auch. Eigentlich fühle ich mich überall wohl, weil ich in Florenz von so vielen Ausländern umgeben war, dass ich mich an sie gewöhnt habe. In letzter Zeit sind allerdings immer mehr Einwanderer hinzugekommen, die beim besten Willen keine Bleibe finden, aber auch dieses Problem gab es schon früher: Es darf nichts Neues gebaut werden. In Florenz sind die Bauvorschriften derart streng, dass man sich kaum noch traut, eine Hundehütte aufzustellen; es fehlt nicht mehr viel, dann müssen auch die irgendeiner Norm entsprechen!

Klar, die Zeiten ändern sich überall, aber in Florenz eben ein bisschen weniger. Vielleicht bin ich deshalb fortgegangen: Es wurde mir zu eng. Wenn ich gefragt werde, warum ich denn bloß gegangen sei, oder wenn man mir vorhält, dass schon Dante und Leonardo wegen der Arbeit woandershin gegangen seien, dann weiß ich genau warum: Aus Platzmangel!

Und erst die öffentlichen Verkehrsmittel ... natürlich sind es nicht mehr die gleichen wie früher, aber eine U-Bahn wird man nicht bauen können, glücklicherweise. Nur gibt es auch kaum Busse, und die fahren, wann es ihnen passt ... Zum Glück gehen wenigstens die Touristen zu Fuß ... Jetzt, in Deutschland, habe ich den Eindruck, dass ich einen Tausch gemacht habe: Die Touristen fahren in mein Zuhause, und ich habe bei ihnen eines gefunden!

Ich möchte aber keineswegs den Eindruck erwecken, dass ich an meiner Geburtsstadt nur Dinge auszusetzen habe. Es gibt dort viele wunderbare Menschen, die niemals den Mut verlieren. Und wenn es eine gute Sache gibt, die Florenz mir ganz ohne Zweifel gegeben hat, die mich – und wenn es auch sonst nichts gäbe – stolz macht, in diesem Meisterwerk von Stadt geboren zu sein ... dann ist das die Sprache, das reine Italienisch, das nur wir sprechen, und um die uns alle anderen, die bloß Dialekt sprechen, beneiden.

Proverbi fiorentini - Florentinische Sprichwörter


Ama chi t’ama e chi non t’ama lascia.

Liebe die, die dich lieben, und trenne dich von denen, die dich nicht lieben.


Chi lascia la strada vecchia per la nova, sa quel che lascia, ma non sa quel che trova.

Wer den alten für einen neuen Weg verlässt, weiß, was er zurücklässt, aber nicht, was er finden wird.


A chi dol’ i’ dente se lo chavi.

Wem ein Zahn wehtut, der lasse ihn sich ziehen.


Non è sempre savio chi non sa esser qualche volta phazzo.

Keiner ist wirklich weise, der nicht auch mal verrückt sein kann.


Chi più boschi scerca, più lupi throva.

Wer nach noch mehr Wäldern sucht, wird auch noch mehr Wölfe finden.