Luigi Lo Cascio -

die besten Jahre?!

Uno degli attori italiani più richiesti del momento, la meglio gioventù?!


Marco Tullio Giordana - Luigi Lo Cascio

Marco Tullio Giordana - Luigi Lo Cascio

von Gabriele Pommerenke
Italiano di Claudio Paroli
Ein Füller trägt sorgfältig das Ergebnis der soeben abgenommenen Prüfung in das Studienbuch ein. Er wird dabei mit gespannter Aufmerksamkeit beobachtet von Nicola, dem Examenskandidaten. Nicola hat sich dem Anlass entsprechend mit ordentlich gescheitelten Haaren und mit Anzug, Schlips und hellem Hemd bekleidet hier eingefunden. Jetzt sitzt er noch etwas erschöpft, aber auch schon ein wenig entspannt vor den wie in einem Amphitheater angeordneten Stuhlreihen des großen Hörsaales. Als Vorsitzender des dreiköpfigen Prüfungsgremiums, das unter der nur nachlässig geputzten riesigen Wandtafel des Hörsaales tagt, erläutert der Professor wohlwollend und ein wenig selbstgefällig: »Aufgrund Ihrer Leistung verdienen Sie eine 28. Da ich mich aber dazu entschlossen habe, Ihnen zusätzlich meinen 2-3 Punkte betragenden Sympathiequotienten anzurechnen, erhalten Sie die bestmögliche Note, eine 30.«

Diese Szene aus Marco Tullio Giordanas La meglio gioventù ist symptomatisch für Luigi Lo Cascio, den Darsteller des Nicola in Giordanas Film. Der Sympathiequotient dieses jungen Schauspielers erreicht nach sechs in vier Jahren gedrehten Filmen außerordentliche, keineswegs nur fiktive Höhen.

Geboren 1967 in Palermo ist Lo Cascio zunächst Mitglied der Straßentheatergruppe Cabaret a Scala, die Mitte der Achtziger Jahre Auftritte in den Straßen seiner Geburtsstadt improvisiert. Während einer Italientournee des Teatro Stabile di Palermo, auf der er eine kleine Rolle in Warten auf Godot spielt, reift Lo Cascios Entschluss, das mit dem Berufsziel Psychiater aufgenommene Medizinstudium abzubrechen und eine Schauspielausbildung in Rom zu beginnen. 1992 macht er dort seinen Abschluss an der Accademia di Arte Drammatica „Silvio d’Amico“. Marco Tullio Giordana, der maßgebliche Förderer von Lo Cascios zukünftiger Filmkarriere, wird auf den jungen Schauspieler im Rahmen einer Shakespeare Trilogie von Carlo Cecchi aufmerksam.

Schon Lo Cascios Leinwanddebüt im Jahre 2000 gleicht einem Paukenschlag. Marco Tullio Giordanas Film I Cento Passi erweist sich in Italien als Publikumsmagnet und erzielt in der Sparte bester ausländischer Film je eine Oskar- und Golden Globe-Nominierung. Zweifellos ist dieser Erfolg auch ein Verdienst von Lo Cascios fesselnder und überzeugender Verkörperung des jungen Peppino Impastato aus dem sizilianischen Cinisi, der gemeinsam mit Freunden einen kritischen freien Radiosender gründete und betrieb. Impastatos Zivilcourage gegenüber der Mafia und die Vertuschung seiner Ermordung 1978 als Selbstmord rüttelten Italien auf. Seiner außergewöhnlich intensiven Ausdruckskraft in dieser Rolle verdankt Lo Cascio dann auch die Auszeichnung mit dem David di Donatello für den besten Hauptdarsteller des Jahres 2001.

Für die Rolle in seinem zweiten Film, Luce dei miei occhi, (2001) von Giuseppe Piccioni, wird Luigi Lo Cascio in Venedig die Coppa Volpi verliehen. Die Laudatio beruft sich auf Lo Cascios schauspielerische Reife und Vielseitigkeit, die er in der Verkörperung sowohl der revolutionären Energie eines Peppino Impastato als auch der Zerbrechlichkeit und Verletzbarkeit des Antonio – Hauptfigur von Luce dei miei occhi – beweist. Auch in der Rolle eines wortkargen introvertierten Chauffeurs, der neuen Lebensmut und -sinn aus der Begegnung mit einer Frau schöpft, weiß Lo Cascio zu überzeugen. Sein extremes Einfühlungsvermögen sowie die Fähigkeit präzise zu charakterisieren stehen zweifellos in Wechselwirkung mit der Berufsauffassung, die sein folgendes Zitat illustriert: »Für mich stellt der Beruf des Schauspielers eine Möglichkeit dar, andere Menschen genau zu erforschen. Ich sehe darin eine fortwährende Herausforderung, der ich die Begegnung mit mir bislang verborgenen Facetten meines Charakters verdanke.«

Bereits bald darauf folgt in Cristina Comencinis melancholisch-komischem Familienporträt Il più bel giorno della mia vita (2001) die Rolle des Sohnes, eines homosexuellen Rechtsanwaltes, der seine Neigung nicht akzeptiert und sie deshalb lange vor seiner Familie verbirgt. Den Höhepunkt in Lo Cascios bisheriger Schauspielerkarriere dürfte jedoch die Rolle des Nicola Carati in Marco Tullio Giordanas beeindruckendem Familien- und Gesellschaftsepos La meglio gioventù (2002) darstellen, das bei den Filmfestspielen in Cannes als bester Film in der Sparte Un certain regard ausgezeichnet und stürmisch gefeiert wurde. Der Zuschauer lebt und leidet für die Dauer von 366 Minuten mit den Brüdern Nicola und Matteo, ihren Eltern, Geschwistern, Kindern, Freunden, Lieben, die allesamt involviert sind in Themen aus den letzten vier Jahrzehnten italienischer Geschichte (wie z.B. Studentenrevolte, kommunistische Bewegung, Abgleiten der Brigate Rosse in den Terror, Kampf der Justiz gegen die Mafia, Psychiatriereform). Im Zentrum der Familiensaga steht das Individuum Nicola, seine fröhliche Ausgelassenheit wie Ernsthaftigkeit, Momente des Glücks und des Leids, seine Freundschaften und Lieben, seine emotionale und intellektuelle Entwicklung, kurz sein Wachsen als Mensch.

Die unmittelbare Identifikation mit den fiktiven Personen des Films, die in den selben historisch-soziologischen Kontext eingebettet sind wie der Zuschauer selbst, ist in Buongiorno, notte (2003) kaum gegeben. Marco Bellocchio bietet Lo Cascio hier nun endlich auch eine Gelegenheit, sich in der Darstellung eines negativen Charakters zu bewähren, nachdem dieser bereits auf die Rolle des rundum positiven Protagonisten abonniert schien. Auch als Mario Moretti – einer der Entführer und Mörder Aldo Moros – weiß Lo Cascio zu überzeugen. Nicht zuletzt dank der intensiven Ausdruckskraft des ursprünglich vom Theater kommenden Interpreten stellten die beiden letztgenannten Filme in Italien die zwei größten Publikumserfolge des Jahres 2003 dar.

Mit der Rolle des naiven, unbeholfenen und insgesamt eher nichtssagenden Vito in Mio cognato (2003), Alessandro Pivas „Roadmovie“ durch das nächtliche Bari und seine Unterwelt, erweitert Lo Cascio schließlich seine Filmographie um die Gattung der Komödie. Auch in diesem Film stellt er keine Figur dar, mit der das Publikum sich spontan identifiziert, die es gar bewundert, sondern einen durchschnittlichen Menschentyp, der eher mitleidig und überheblich zu belächeln ist, obwohl dieser sich deutlich von dem im Film mit ironischer Distanz vorgeführten Milieu abhebt.

Die zwei neuesten Filme von Lo Cascio laufen zur Zeit noch in den italienischen Kinos. Verantwortlich für La vita che vorrei (2004) zeichnet das außerordentlich erfolgreiche Trio, das schon Luce dei miei occhi maßgeblich prägte: Giuseppe Piccioni (Regie) sowie Luigi Lo Cascio und Sandra Ceccarelli als Hauptdarsteller. La vita che vorrei handelt von einer Beziehung, die zwischen den Hauptdarstellern eines im 19. Jahrhundert angesiedelten melodramatischen Spielfilmes während der Dreharbeiten zu eben diesem Kostümfilm entsteht. Er widmet sich also dem beliebten Topos des Films im Film, wobei er das Geschehen auf den verschiedenen Handlungsebenen geschickt verschachtelt, kontrastiert oder sich auch überschneiden und verschmelzen lässt.

Den untersuchungsleitenden Inspektor, der einem Serienmörder auf den Fersen ist, spielt Lo Cascio in seinem jüngsten Film Occhi di cristallo (2004), einer Arbeit des jungen und sehr experimentierfreudigen römischen Regisseurs Eros Puglielli. Neben Lo Cascio gehören bulgarische und spanische Schauspieler zum Cast dieses Filmes, der in Sofia spielt und als Psychothriller vorgestellt wird.

Ebenso wie für den Prüfling im Examen ist es für einen Schauspieler äußerst schwierig, immer die „Höchstnote“ zu erhalten. Möge es dem so talentierten Luigi Lo Cascio durch kluge und sorgfältige Auswahl der Drehbücher und Regisseure gelingen, sein beachtliches Eingangsniveau auch in zukünftigen Filmen zu bewahren.

Una stilografica annota con cura sul libretto universitario il voto dell’esame appena sostenuto da Nicola. Lui, il candidato, osserva con attenzione. Per l’occasione ha una riga impeccabile nei capelli e indossa un vestito con cravatta e camicia bianca. La prova l’ha un po’ spossato ma ora, davanti a quell’anfiteatro di sedie del grande auditorio, dà l’impressione di essere già più rilassato. Il presidente della commissione d’esame, composta da tre membri, siede sotto una gigantesca lavagna cancellata alla meglio e proclama benevolmente, in tono leggermente compiaciuto: «Per la sua preparazione, lei merita 28. Avendo peraltro deciso di assegnarle 2-3 punti supplementari per il suo quoziente di simpatia, le do 30».

Per Luigi Lo Cascio, che nel film interpreta il protagonista Nicola, questa scena da La meglio gioventù di Marco Tullio Giordana ha una valenza simbolica. Il quoziente di simpatia di questo giovane attore, dopo sei film girati in quattro anni, raggiunge livelli straordinari e per nulla fittizi.

Nato a Palermo nel 1967, Lo Cascio fa parte inizialmente del gruppo teatrale itinerante Cabaret a Scala che nella metà degli anni Ottanta si esibisce improvvisando per le strade della città natale. Durante una tournée italiana con il Teatro Stabile di Palermo, in cui ottiene una parte secondaria in Aspettando Godot, l’attore matura la decisione di interrompere gli studi alla facoltà di medicina, l’idea era di diventare psichiatra, per diventare attore a Roma, dove nel 1992 si congeda dall’Accademia di Arte Drammatica “Silvio D’Amico”. Marco Tullio Giordana, impulso determinante per la futura carriera cinematografica di Lo Cascio, lo scopre mentre interpreta una trilogia shakespeariana di Carlo Cecchi.

Il suo debutto nelle sale cinematografiche avviene nel 2000 e suscita immediatamente clamore. Il film di Marco Tullio Giordana I cento passi magnetizza il pubblico italiano e raccoglie due nomination per l’Oscar e il Golden Globe quale miglior film in lingua straniera. Un successo meritato quello di Luigi Lo Cascio che, senza dubbio, interpreta in modo convincente e intenso il giovane Peppino Impastato, fondatore e gestore insieme con degli amici di una radio privata libera e alternativa nella siciliana Cinisi. Il gran coraggio civile dimostrato da Impastato nei confronti della mafia e l’occultamento del suo omicidio nel 1978, fatto passare come suicidio, scossero l’opinione pubblica italiana. Per questa sua interpretazione di straordinaria intensità Lo Cascio viene premiato con il David di Donatello quale miglior attore 2001.

Per la parte recitata nel suo secondo film, Luce dei miei occhi (2001) di Giuseppe Piccioni, Lo Cascio viene premiato a Venezia con la Coppa Volpi. La motivazione si fonda sulla maturità espressiva e sulla versatilità dell’attore dimostrate sia nell’energia rivoluzionaria di Peppino Impastato sia nella fragilità e vulnerabilità di Antonio, il protagonista di Luce dei miei occhi Lo Cascio riesce infatti a essere convincente anche nella parte di un autista introverso e di poche parole che, grazie alla presenza di una donna, trova di nuovo coraggio e senso per la vita. La sua estrema capacità d’immedesimazione e di precisa caratterizzazione sono chiaramente in sintonia con l’idea che ha l’attore verso la sua professione e lo dimostra questa sua citazione: «Per me, essere attore è un modo per esplorare personalità diverse dalla mia. È una sfida continua, che mi ha fatto conoscere nuove parti del mio essere».

Nel successivo ritratto di famiglia malinconico e ironico, Il più bel giorno della mia vita (2001), Lo Cascio recita la parte del figlio, un avvocato omosessuale che non accetta le sue tendenze e le nasconde a lungo alla sua famiglia. Ma l’apice della sua ancor breve carriera di attore lo raggiunge interpretando Nicola Carati nell’impressionante epopea storica e familiare La meglio gioventù (2002) di Marco Tullio Giordana, premiato al Festival di Cannes nella sezione Un certain regard come miglior film, ove viene accolto con grande fervore. Lo spettatore vive e s’immedesima per 366 minuti con i due fratelli Nicola e Matteo e i loro genitori, poi i fratelli, i figli, gli amici, gli amori, tutti coinvolti nelle vicende degli ultimi quarant’anni di storia italiana (le rivolte del movimento studentesco, le lotte comuniste, l’eversione terroristica delle Brigate Rosse, la lotta dello Stato contro la mafia, la riforma della psichiatria). Al centro della saga di famiglia vi è l’individuo Nicola: la sua spensieratezza e la sua serietà, i suoi momenti di gioia e di sofferenza, le sue amicizie e i suoi amori, il suo sviluppo emozionale e intellettuale, per riassumere, il suo evolversi di uomo.

Nel caso di Buongiorno, notte (2003), invece, è a malapena possibile un’immediata identificazione con i personaggi fittizi del film, inseriti nell’identico contesto storico e sociologico vissuto dagli stessi spettatori, Nel suo film Marco Bellocchio offre finalmente a Lo Cascio la possibilità di entrare nei panni di un carattere negativo, quando sembrava ormai destinato a interpretare solo personaggi complessivamente positivi. E infatti anche nelle vesti di Mario Moretti – uno dei sequestratori e assassini di Aldo Moro – Lo Cascio riesce a mostrarsi convincente. Nel 2003 i due ultimi film citati sono stati quelli di maggior successo in Italia, anche grazie all’intensa capacità espressiva di questo attore proveniente dal teatro.

Infine, nella parte dell’ingenuo, goffo e piuttosto insipido Vito in Mio cognato (2003) di Alessandro Piva, un “road movie” per le strade notturne e malavitose di Bari, Lo Cascio aggiunge alla sua filmografia il genere della commedia. Anche in questa pellicola interpreta un personaggio in cui non ci s’identifica volentieri, né lo si riesce ad ammirare, anche se rappresenta la tipologia di un uomo mediocre di cui sorridere e provare compassione, sebbene si muova in un ambiente rappresentato con ironia.

I due ultimi film in cui Lo Cascio ha lavorato sono ancora nelle sale italiane. In La vita che vorrei (2004) ritorna in scena lo stesso trio di straordinario successo che già ha caratterizzato Luce dei miei occhi: Giuseppe Piccioni, regista, Luigi Lo Cascio e Sandra Ceccarelli interpreti. La pellicola racconta la relazione sentimentale fra i due protagonisti di un film melodrammatico ambientato nel XIX secolo, che ha inizio durante le riprese in costume. Il tema è dunque il gradito topos del “film nel film”, in cui le vicende dei diversi livelli narrativi si inseriscono una nell’altra, si contrastano, s’intersecano e si fondono. Nel suo ultimo film Occhi di cristallo (2004) di Eros Puglielli, un giovane regista romano amante della sperimentazione cinematografica, Lo Cascio è un ispettore di polizia all’inseguimento di un serial killer. Nel cast di questo psico-giallo girato a Sofia lo affiancano attori bulgari e spagnoli.

Come uno studente universitario sempre sotto esame, anche per un attore è estremamente difficile ottenere ogni volta il massimo dei voti. Ci si augura che Luigi Lo Cascio, grazie al suo talento, continui a scegliersi sceneggiature e registi in modo intelligente e mirato e riesca quindi a mettere in risalto anche in futuro la notevole bravura del suo debutto.