Abbraccia l'Italia

il mondo di

Konstantin Wecker


»Und Heimat ist doch überall, wo man sich damit segnet,

Dass man, für Augenblicke nur, sich endlich selbst begegnet.«

(Aus: „Vaterland“)

von Gabriele Pommerenke
Italiano di Claudio Paroli
Konstantin Wecker, deutscher Liedermacher, Jahrgang 1947, Komponist (Lieder, Filmmusiken, Musicals), Sänger und Pianist, erweist sich als Persönlichkeit von überströmender Kreativität, ausgestattet mit einer außerordentlichen Bühnenpräsenz. Seine aufrüttelnden Auftritte bis zur vollständigen körperlichen Erschöpfung wie auch seine Lieder überzeugen aufgrund ihrer spürbaren Wahrhaftigkeit und lassen keinen Zuhörer gleichgültig, sondern rufen fast ausschließlich extreme Reaktionen hervor: Innige Begeisterung oder kategorische Ablehnung, um nicht gar von „Liebe“ oder „Hass“ zu sprechen.

Vielseitig präsentiert sich der Künstler in seinen Liedern: Manchmal zart und leise, melancholisch, poetisch-lyrisch, barock, gefühls- und lustbetont, irrational, gleich darauf aber auch wieder politisch-engagiert, kritisch-analysierend oder in ironischer, zynischer oder sarkastischer Weise kabarettistisch. Wecker zeigt sich bereit, zu seiner Überzeugung zu stehen, alles zu geben, gegen den Strom zu schwimmen, sich zwischen alle Stühle zu setzen. So überrascht seine geringe Präsenz in Rundfunk und Fernsehen kaum (wer meidet wen?).

Ein Liedermacher kommuniziert mit dem Publikum gleichermaßen mittels seiner Musik und seiner Texte, die sich gegenseitig unterstreichen und hervorheben. Er ist damit auf seine Muttersprache, in der er sich souverän und spielerisch bewegen kann, als unabdingbares Medium angewiesen, also im fremdsprachigen Ausland einer der Stützen seiner Kunst und Kommunikation beraubt. Biographie und Discographie von Konstantin Wecker weisen dennoch regelmäßig Berührungspunkte mit Italien auf.

Anlässlich der Uraufführung seines Musicals Hundertwasser sprachen wir mit Konstantin Wecker.

Hinweise auf ein besonderes Verhältnis zu Italien ziehen sich wie ein Leitmotiv durch dein bisheriges Schaffen. Welches sind die Wurzeln dieser offensichtlich speziellen Beziehung zu Italien?

Meine Beziehung zu Italien geht auf meine Kindheit zurück und ist auch musikalisch geprägt. Mein Vater war Tenor im offiziellen Fach „italienische Helden“. Als aufrechter Nazigegner hatte er damals keine Chance auf ein Engagement oder gar eine Karriere und auch später war gewissermaßen der Anschluss für ihn verpasst. Regimegegner hatten auch noch nach dem Krieg mehr Schwierigkeiten als Mitläufer. Da mein Vater dennoch täglich geübt hat und wir abends regelmäßig Hausmusik gemacht haben, bin ich mit italienischer Opernmusik aufgewachsen. Als Knabe habe ich so die Frauenpartien fast aller Liebesduette der italienischen Opernliteratur gesungen. Aus diesem enormen Fundus und außerordentlichem Melodienreichtum schöpfe ich noch heute beim Komponieren. Meine Liebe zu Italien wurde außerdem auch durch meine humanistische Erziehung gefördert. Ich hatte schon ab der ersten Klasse Lateinunterricht. Die erste und einzige Urlaubsreise meiner Jugend hat mich schließlich ebenfalls nach Italien geführt, wo mein Vater uns mit großem Erfolg die italienischen Kunstschätze nahe gebracht hat.

Italien, insbesondere Rom, ist für mich zu einer Art Urziel geworden. Allerdings haben meine verschiedenen Ausreißversuche dorthin mich nie weiter als nach Kiefersfelden kommen lassen. Alle Texte für meine Platte Ich lebe immer am Strand habe ich übrigens auch auf einer Fahrt nach Italien geschrieben.

Zu Beginn der 80er Jahre bist du in die Toskana übergesiedelt und hast dir dort auch ein Tonstudio eingerichtet.

Ja, das war nach meinen ersten für mich unerwartet großen Erfolgen in Deutschland. Damals haben alle möglichen politischen Gruppen versucht, ihr ideologisches Mäntelchen über meine Poesie zu streifen. Mit meiner Umsiedelung wollte ich dem ganzen Ideologiestreit ausweichen. So ist die LP Liebesflug – die habe ich bei meiner Rückkehr herausgebracht – von den unterschiedlichen politischen Gruppen schlecht, als zu privat und zu intim, aufgenommen worden. Dabei hat sie nur die Sehnsucht nach Innerlichkeit, Meditation und Spiritualität, die sich in den nachfolgenden Jahren entwickelt hat, vorweggenommen.

Dein Domizil in der Toskana ist dir erhalten geblieben, wie fühlst du dich als Deutscher in Italien?

Peinlicherweise spreche ich nicht annähernd so gut italienisch, wie es mir lieb wäre. Ein wirklich tiefgehendes Gespräch in dieser Fremdsprache ist mir leider nicht möglich.

Ich habe uns Deutsche, die wir in der Toskana Grundstücke und Häuser aufgekauft und die Region nahezu überrollt haben, schon als moderne Imperialisten betrachtet, bis ich feststellen konnte, dass die italienischen Nachbarn uns nicht grollen, sondern vielmehr unseren Einfluss als Verschönerung ihrer Gegend durch stilvoll restaurierte Häuser positiv interpretieren. Zur Einweihung meines Hauses habe ich einen kleinen Musikabend veranstaltet, der nach Aussage der italienischen Nachbarn sogar dazu beigetragen hat, die Verbrechen der SS in Nachbardörfern vergessen zu machen.

Mein Grundstück in der Toskana ist für mich ein magischer Ort, schon bei seinem Betreten fallen mir erste Liedtexte ein. Meine Liebe zu diesem Land und zur italienischen Mentalität macht mich vielleicht ein wenig blind oder naiv, aber ich lege Wert darauf festzustellen, dass Berlusconi mir bei all seiner Schrecklichkeit als italienisches Phänomen weniger Angst bereitet als wenn er ein deutsches Phänomen wäre. Den Italienern traue ich zu, dass sie sich aus dieser Situation wieder recht gut herauslavieren. Nicht zu unterschätzen sind die Demonstrationen mit ein paar Millionen Teilnehmern, die starke Gewerkschaftsbewegung und auch die italienische Linke, auf die ich meine Hoffnung setze.

Reagiert ein italienisches Konzertpublikum anders als ein deutsches?

Abgesehen von Auftritten für Amnesty International habe ich bisher nur Konzerte vor italienischem Publikum in Südtirol und der Toskana gegeben, denn für meine Songs halte ich das Textverständnis schon für wichtig. In Italien bin ich im Allgemeinen auf größeres Verständnis für den Gesang als solchen gestoßen. In Deutschland werde ich fast ausschließlich auf die Inhalte meiner Lieder angesprochen, während in Italien la voce eine viel bedeutendere Rolle spielt. Bei uns können selbst erfolgreiche Künstler manchmal kaum richtig singen, in Italien dagegen zeichnen sich auch viele unbedeutendere Schlagersänger durch guten Gesang aus.

Welche deiner italienischen Kollegen schätzt du besonders?

Sehr gern zusammengearbeitet habe ich mit Pippo Pollina, der mir den Text für eine Melodie schrieb, die meines Erachtens unbedingt ein italienischer Song werden musste (vgl. Lied unten). Pippo hat mich dann auch auf meiner Uferlos Tournee begleitet.

Ansonsten bin ich ein gnadenloser Lucio Dalla Fan. Ich liebe vor allem seine frühen Platten. Selbst in seinen härteren Pop-Titeln, die mir nicht so gefallen, blitzt immer etwas durch, was man lieben muss. Dalla hat eine Stimme, die einen von oben bis unten angreift. Ich war sehr froh, als mein Wunsch, mit ihm zusammenzuarbeiten, sich realisieren ließ (vgl. Duett mit Dalla auf der CD Wenn du fort bist. A.d.R.).

Der Schweizer Liedermacher Stefan Winkler, der auch den Text des Titels Girasoli von deiner CD Vaterland schrieb, arbeitet z.Zt. an 15 italienischen Texten für eine neue CD mit dem Titel Il mondo di Konstantin Wecker.

Ja, diese CD befindet sich in der Planungsphase. Stefan Winkler wird für sie einige meiner schon bekannten Songs auf italienisch nachdichten oder nachempfinden. Eine einfache Übersetzung wäre wohl eher unbefriedigend. Ich mache diese italienische CD mit großer Freude und habe das Glück, dass mein Plattenchef sich zur Finanzierung dieses nicht gerade gewinnversprechenden Projektes bereit erklärt hat. Allerdings steht ihr Erscheinungsdatum noch in den Sternen, da ich im August erst einmal eine neue deutsche CD aufnehmen werde.

Wir danken Konstantin Wecker für das Gespräch in sympathischer Atmosphäre, von dem wir aus Platzgründen nur Auszüge wiedergeben können und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg (demnächst vielleicht auch in Italien).

Nato nel 1947 in Germania, Konstantin Wecker è cantautore, compositore (canzoni, colonne sonore di film, musical), cantante e pianista. Un personaggio dalla creatività esuberante dotato di straordinaria presenza sul palcoscenico. I suoi spettacoli appassionati, portati avanti fino all’esaurimento fisico, sono convincenti come le sue canzoni per la loro toccante veridicità e non lasciano indifferente nessuno spettatore. Salvo rare eccezioni, al contrario, provocano reazioni estreme: entusiasmo profondo o rifiuto categorico, per non parlare di “amore” oppure “odio”.

Nelle sue canzoni l’artista si presenta in modo poliedrico: a volte è tenero e soave, malinconico, poetico e lirico, barocco, fortemente emozionale e perfino irrazionale, per poi mostrarsi politicamente impegnato e criticamente analitico. A volte diventa invece un cabarettista ricco di ironia, cinismo e sarcasmo. Wecker è pronto in ogni occasione ad affermare le sue convinzioni, a dare tutto, a nuotare controcorrente senza scendere a compromessi. Non sorprende, pertanto, la sua scarsa presenza in radio e televisione (da chi parte il rifiuto?).

Un cantautore comunica con il pubblico in egual misura mediante la sua musica e i suoi testi: due elementi che si compendiano e si evidenziano reciprocamente. Per tale ragione la lingua madre è lo strumento irrinunciabile per potersi esprimere disinvoltamente e in modo giocoso. In paesi con lingue diverse, l’arte e la comunicazione dell’artista vengono private di questo elemento portante. Ciò nonostante, la biografia e la discografia di Konstantin Wecker presentano forti e continui punti di contatto con l’Italia.

In occasione dell’anteprima del suo musical Hundertwasser abbiamo parlato con Konstantin Wecker.

Nelle tue opere vi sono allusioni a un rapporto particolare con l’Italia quasi come un leitmotiv. Quali sono le radici di questo evidente legame con l’Italia?

Il legame con l’Italia risale alla mia infanzia ed è stato suggellato anche dalla musica. Mio padre era tenore, nel ruolo lirico dei classici “eroi italiani”. Quale dichiarato oppositore del nazismo non aveva allora la minima possibilità di essere ingaggiato – non parliamo poi di fare carriera – e anche più tardi, in un certo senso, restò tagliato fuori. Gli oppositori del regime, anche nel dopoguerra, ebbero più problemi di chi era stato accondiscendente. Siccome mio padre si esercitava ogni giorno e la sera si cantava regolarmente in casa, io sono cresciuto accompagnato dalla musica operistica. Da ragazzo, quindi, ho cantato la parte femminile di quasi tutti i duetti d’amore della letteratura operistica italiana. Da quell’enorme base di partenza e dalla sua straordinaria ricchezza di melodie traggo ancora oggi spunti per le mie composizioni. Il mio amore per l’Italia è stato inoltre accentuato dagli studi umanistici. Ho imparato il latino fin dalla prima elementare e la mia prima e unica vacanza in gioventù mi ha inoltre portato in Italia, dove mio padre ci ha avvicinato con passione ai tesori artistici del paese.

L’Italia, e in particolare Roma, è diventata così una specie di meta storica. I miei diversi tentativi di andarmene per raggiungerla, tuttavia, non mi hanno mai visto varcare il confine con l’Austria. Tutti i testi dell’album Ich lebe immer am Strand, comunque, li ho scritti durante i miei viaggi verso l’Italia.

All’inizio degli anni Ottanta ti sei trasferito in Toscana e lì hai aperto anche uno studio di registrazione.

Sì, è stato in seguito al mio primo e inaspettato grande successo in Germania. A quel tempo tutti i raggruppamenti politici immaginabili cercavano di mettere il loro mantello ideologico sopra le mie poesie. Il mio trasferimento in Italia è servito a distogliermi da tutte quelle dispute ideologiche. Ecco perché l’album Liebesflug, uscito al mio ritorno, è stato accettato male dai gruppi politicizzati che lo ritenevano troppo intimo e privato. In realtà anticipava unicamente la nostalgia della profondità, della meditazione e della spiritualità che si sarebbe sviluppata negli anni successivi.

Ma il tuo domicilio in Toscana è rimasto. Come ti senti da tedesco in Italia?

Mi vergogno di non parlare l’italiano nemmeno lontanamente come desidererei. Sostenenere una conversazione veramente profonda in questa lingua, purtroppo, non mi è possibile. Ho sempre considerato noi tedeschi, che compriamo terreni e case in Toscana, come dei moderni imperialisti. Finché non ho constatato che i nostri vicini italiani non ci serbano rancore, ma anzi vedono molto positivamente la nostra presenza grazie al fatto che miglioriamo l’ambiente dato che le case vengono restaurate in stile. Per l’inaugurazione della mia casa ho organizzato una piccola serata musicale che, sempre secondo i miei vicini di casa italiani, ha addirittura contribuito a far dimenticare i delitti commessi dalle SS nei paesi adiacenti.

La proprietà in Toscana rappresenta per me un luogo magico, appena vi entro mi vengono in mente dei testi per le mie canzoni. Il mio amore per questo paese e per la sua mentalità mi ha reso forse un po’ cieco e ingenuo, ma ci tengo a sottolineare che Berlusconi e tutto ciò che di terrificante rappresenta, considerato come fenomeno italiano, mi incute meno timore di un eventuale parallelo tedesco. Ho fiducia che gli italiani sapranno tirarsi fuori molto bene da questa situazione. Non sono da sottovalutare né le manifestazioni con un paio di milioni di partecipanti, né il forte movimento sindacale e neppure la sinistra italiana, in cui spero.

Il pubblico italiano, ai concerti, reagisce diversamente da quello tedesco?

Tranne che per Amnesty International, finora ho tenuto concerti per il pubblico italiano solo in Alto Adige e in Toscana. Ritengo infatti che la comprensione dei testi delle mie canzoni sia piuttosto importante. In Italia, in generale, ho ricevuto spesso grandi apprezzamenti per il canto in sé. Mentre in Germania vengo richiesto quasi esclusivamente per il contenuto delle mie canzoni, in Italia la voce ha un ruolo molto più rilevante. Da noi persino artisti di successo a volte non sono quasi in grado di cantare. In Italia, invece, anche i cantanti con un repertorio musicale scarno si mettono in luce per la bella voce.

Quali dei tuoi colleghi italiani apprezzi particolarmente?

Ho lavorato molto volentieri con Pippo Pollina. Lui ha composto per me il testo per una melodia che a mio parere sarebbe assolutamente dovuta diventare una canzone italiana (vedi  canzone qui sotto). Pippo mi ha anche accompagnato nella tournée Uferlos.

Per il resto sono un ammiratore di Lucio Dalla. Adoro soprattutto i suoi primi album. Persino nei brani maggiormente pop, che non mi piacciono molto, sprizza fuori sempre qualcosa che non può che piacere. Dalla ha una voce che ti prende dalla testa ai piedi. Sono stato molto felice quando il mio sogno di lavorare con lui si è realizzato (vedi il duetto con Dalla nell’album Wenn du fort bist. n.d.r.).

Il cantautore svizzero Stefan Winkler, che ha scritto anche il testo del brano Girasoli del tuo album Vaterland, sta scrivendo al momento 15 testi italiani per un nuovo album dal titolo Il mondo di Konstantin Wecker.

Sì, questo album è in fase di progetto. Stefan Winkler tradurrà in poesia o interpreterà in italiano alcuni miei brani già noti. Una semplice traduzione non sarebbe certo sufficiente. Faccio questo album con grande entusiasmo. Ho anche la fortuna di avere il direttore della mia casa discografica pronto al finanziamento di questo progetto, non proprio lucrativo. In ogni caso la data di uscita è ancora da stabilire, perché in agosto registrerò prima un nuovo album in tedesco.

CONTRASTO ringrazia Konstantin Wecker per il colloquio, che si è svolto in un’atmosfera molto simpatica, e gli augura tanti successi (presto anche in Italia). Per ragioni di spazio abbiamo riportato solo un estratto dell’intervista.

Questa nuova realtà

(di / von K. Wecker / P. Pollina)


Was für eine Nacht-

So warm und geduldig,

setzt euch näher zu uns her,

schenk noch einmal ein.


Heute spricht mal keiner

den anderen schuldig,

heute lässt mal jeder

den anderen anders sein.


E non dirmi che è già tardi

E per le strade si spengono i caffè.

Forse la tua donna ti ha lasciato,

ma che cosa vuoi che sia.


Questo mondo gira in fretta

Ed è tutto una follia.

Il fascismo che ritorna

da Berlino fino a Roma.


E prendiamoci per mano

Sui dintorni della sera,

lei ci porterà lontano

fra le luci dell’aurora.


Lascia fare tutto al cuore,

lascia dirgli le parole,

lascia entrare

questa nuova realtà.


Was für eine Nacht -

Nur Spinner und Brahmanen,

keine Parolen,

schenk lieber noch mal ein.


Das wird ein Fest,

ohne Marschmusik und Fahnen,

ohne Waffen und Grenzen,

lieber grenzenlos Wein.


E prendiamoci per mano

...


Freunde rücken wir zusammen,

denn es züngeln schon die Flammen,

und die Dummheit

macht sich wieder einmal breit.


Lasst uns miteinander reden,

und umarmen wir jetzt jeden,

der uns braucht

in dieser bitterkalten Zeit.